Rollisport

Rollisport beim RSC/DJK


Trainerin:
Petra Möller
Tel.:07222/24923

Trainingszeiten:
Freitags von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr in der Sporthalle der Carl-Schurz Schule

Ansprechpartner:
Hans Georg Willaredt
Tel: 07222/32111
Mail: rollisport@rsc-djk.de



Neue Tischtennisplatte

Schiedsrichter übergeben 150 Euro an Rolli-Gruppe

Rastatt (BNN). Die Schiedsrichtergruppe Rastatt hat die Rolli Gruppe des Rastatter SC/DJK während ihres Trainings in der Sporthalle der Carl Schurz Schule besucht. Die Rolli Gruppe besteht aus Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, die im Rollstuhl verschiedene Spiel und Sportarten betreiben.
In Person von Gruppenobmann Ingo Bilek sowie Stellvertreter Uwe Pinkinelli und Schriftführer Dennis . Uliczka' überbrachte die Schiedsrichtergruppe einen Spendenscheck in Höhe von 150 Euro, welcher an Trainerin Petra Möller und den Verantwortlichen Hans Georg Willaredt übergeben wurde. Zusätzlich ließ der Geschäftsführer des RSC/DJ K, Dietmar Rieble, der Rolli Gruppe Shirts zukommen. Die Freude bei der Rolli Gruppe war sichtlich groß.
Die Schiedsrichter durften sich selbst im Rollstuhl versuchen und unter anderem einen Slalom fahren. Ingo Bilek war begeistert über die Freude und Energie welche die kleinen und großen Sportler der Rolli Gruppe mitbrachten. Petra Möller berichtete, wie aktiv die Rolli Gruppe ist: Neben Basketball und zahlreichen weiteren Spielen in der Sporthalle war Möller mit der Gruppe bereits beim Bowling oder als Zuschauer beim Rollstuhl Rugby und hat zahlreiche weitere Aktivitäten außerhalb der Sporthalle durchgeführt. Mit der Spende soll nun eine neue Tischtennisplatte für die Rolli Gruppe finanziert werden. Die Schiedsrichtergruppe Rastatt hat zu Beginn des Jahres "ein-neues Spendenprojekt ins Leben gerufen. Dabei wird ein Teil des Erlöses des jährlichen gruppeneigenen Hallenturniers zu Ehren des verstorbenen Ehrenmitglieds Eugen Peter für einen guten Zweck verwendet. Unterstützt werden sollen vor allem Menschen mit Behinderung und Bildungsprojekte. Ziel sei es, so Vorstandsmitglied Dennis Uliczka, jedes Jahr eine Spende durchzuführen und Menschen zu unterstützen, die nicht immer im Fokus der Gesellschaft stehen. Auch beim 11. Eugen Peter Gedächtnisturnier am 14. Januar 2017 in der Brüchelwaldhalle in Ötigheim soll wieder für ein Spendenprojekt gesammelt werden. Interessierte können sich aber auch jederzeit an die SRG Rastatt wenden.



ES LÄUFT .......!


Nach 7 Monaten Winterpause die ich zu Hause auf der Trainingsrolle verbrachte , viel im Mai der Startschuss für meine Rennsaison 2015. Mein Ziel ist es meine Zeiten vom Vorjahr um gesunde 5 % zu verbessern. Auf meiner Liste stehen 7 Rennen der NHC -Serie ( National Handbike Circuit ) und ein Handbike Trophy Rennen. Natürlich träume ich auch von einem Gesamtsieg in der Jugendklasse , hierzu muss ich an min. 5 Pflichtrennen teilnehmen . Die Höchstpunktezahl liegt bei 1000 Punkten.Gut vorbereitet und mit starkem Willen , startete ich am 10.05 in Mainz. In diesem Jahr spielte bei dem hochkarätig besetzten NHC Rennen , dass Wetter einfach mal mit. Am Start waren insg. 32 Handbiker/innen .Darunter Vico Merklein ( Weltrekordhalter ) Andrea Eskau ( doppeltgold Paralympics 2014 ) sowie Christiane Reppe , Bernd Jeffré und ich .Gestartet im Mittelfeld sauste ich mit guter Kondition und Power los . Im letzen Jahr in Mainz erreichte ich eine Zeit von 00:57:24 der insgesamt 21,1 km Strecke.
Das Wetter war optimal und die Strecke einfach Klasse. Mit einer Zeit von 00: 48:35 schaffte ich es auf den 1. Platz meiner MHY Klasse und auf Platz 18. der GW. Somit sicherte ich mir zum ersten mal das begehrte " gelbe Trikot " das ich mir mit stolz übergezogen habe.Am 17.05. fand mein erster E.ON Kassel Marathon statt.Leider war das Starterfeld sehr überschaubar , am Start waren nur 15 Handbiker/innen .Die Strecke bin ich letztes Jahr noch nicht gefahren , leider gab es kleine Missgeschicke in dem ich Kontakt mit einer Starßenbahnschiene hatte und hängengeblieben bin . Auch der Streckenposten hat noch geschlafen . Somit wuchs der Ruckstand auf dem anspruchsvollen Kurs schließlich auf knapp 3 Minuten. Am Ende belegte ich den 1 Platz MHY und den 11. Platz in der GW mit einer Zeit von 00:52:20 und konnte trotz allem mein gelbes Trikot verteidigen.Am 28.06. ging es weiter zu meinem dritten NHC -Rennen nach Stuttgart. Nach ein paar Runden warmfahren ging es dann an den Startblock. Bei sehr angenehmen Temperaturen fiel der Startschuss pünktlich um 8:15 Uhr. Zu Beginn versuchte ich mich auch gleich nach vorne zu schieben . Mein Wille war es nämlich auf garkeinen Fall das gelbe Trikot abzugeben. Die Strecke ist anfangs sehr anspruchsvoll , jedoch konnte ich in meinem Spiegel vorerst keine Verfolger erkennen , und einen Gang herunterschalten.Auf den letzten KM hieß es jedoch meinen Vorsprung nicht mehr zu verlieren und so gelang es mir tatsächlich zum ersten mal als 10.ter ins Ziel zu rollen .Mein Ergebnis hat mich etwas sprachlos gemacht . Platz 1 MHY , und Platz 10 in der GW mit einer super Zeit von 00:43:16 .Das erste mal bekam ich einen großen Pokal , der schon zu Hause einen Ehrenplatz bekommen hat , und ......das Gelbe Trikot , wieder mit nach Rastatt gebracht. In der GW der Jugend 2015 belege ich derzeit Platz 1 mit 600 Punkten . Seit Anfang Juni werde ich von Bernd Ziegler und Winni Sigg vom Team Sopur aus Malsch unterstutz. Nach einer Bewerbung einer Ausschreibung die Dietmar Rieble für mich machte , haben sie mich ausgewählt mit zu Unterstuten . Für mich der Jackpot schlechthin. Zwar musste ich einmal die Woche nach Malsch ( bei HD ) aber mir wurden tolle Tipps und Tricks gezeigt . Der Weg ist das Ziel ! Meine letze Marathonzeit vom Vorjahr lag über 1:40:00 diese wollte ich mit Bernd am internationalen Handbikrennen in Heidelberg um min- 10 Minuten verbessern.Trotz des tropischen Klimas standen in Heidelberg am 05.07 immer noch über 100 Handbiker am Start. Bernd und ich hatten mittlere Startplätze und waren gut vorbereitet. Durch gute Zusammenarbeit konnte Bernd mich super motivieren , den die Luftfeuchtigkeit und die Hitze waren sehr zu spuren. Nach der ersten Runde von 21 km lag ich wohl gut in der Zeit . Ich hörte meine Mom und meinen Opa am Streckenrand uns zurufen.
Die Hitze nahm weiter zu, jetzt genug Flüssigkeit zu mir nehmen war wichtig , mein Tank war leer , aber ich kämpfte für mein Ziel, zog das Ding auch durch.
Mit einer Zeit von unglaublichen 1:21:41 rollte ich im Duo mit Bernd über die Zielgerade .
Ich wurde in meiner Altersklasse nicht gewertet , da es ein Trophyrennen war , dennoch platzierte ich mich auf Platz 48 in der GW und auf Platz 18 unter den Profis . Somit habe ich meine Ziel zeit um ganze 20 Minuten verbessert !

Barrieren in den Köpfen abbauen



"Grenzenlose Spiele" beim Rastatter SC/DJK stoßen auf die erhoffte Resonanz
Rastatt (hr) - Zu "grenzenlosen Spielen" für Menschen mit und ohne Handicap hatte die Rolli-Gruppe des Rastatter SC/DJK in den Hof und die Schulsporthalle der Carl-Schurz-Schule eingeladen. Mit der Veranstaltung sollten Barrieren in den Köpfen abgebaut und der Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Handicap gefördert werden. Und bei strahlendem Sonnenschein kamen junge Familien mit und ohne Behinderung, versuchten, Aufgaben vom Rollstuhl aus zu bewältigen - ganz wie es sich die muntere Rolli-Truppe des Vereins im Alter zwischen drei und 61 Jahren um ihre Trainerin Petra Möller vorgestellt hatten.
Innerhalb der DJK hatte die einzige Rolli-Gruppe in der Region schon lange Bestand, wie Hans-Georg Willaredt rekapitulierte - und auch nach der Fusion mit dem RSC steht man zu den drei Sparten Fußball, Breitensport und Sport für Menschen mit Handicap. "Anfänglich haben wir uns auf motorische Schulungen, Rolli-Fußball und Rolli-Basketball sowie Selbstverteidigungskurse beschränkt", so Willaredt weiter. Mit Petra Möller hat vor fünf Jahren eine quirlige und ansteckend freundliche Trainerin den Übungsbetrieb übernommen. Mit ihrem Angebot will sie erreichen, dass Menschen mit körperlichen und/ oder geistigen Behinderungen in die Welt der Mobilität eintauchen und sich im Alltagsverkehr sicher bewegen können. "Wir trainieren mit viel Spaß jeden Freitag von 17.30 bis 19 Uhr in der Sporthalle der Carl-Schurz-Schule. Menschen mit und ohne körperliches oder geistiges Handicap sind herzlich eingeladen." Unterstützung findet sie durch sehr engagierte Eltern, ohne deren Hilfe die Arbeit nicht zu bewältigen sei.
Weiter berichtet sie, dass die Rollstühle einiges aushalten müssen und großem Verschleiß unterworfen sind. Daher sei sie der Firma Storch&Beller besonders dankbar, deren Techniker zu jeder Zeit Defekte in Ordnung brächten. "Ohne deren Logistik und Rolli-Material hätten wir auch den Rolli-Parcours heute nicht aufbauen können", konkretisiert sie. Und der Parcours hatte es für "Untrainierte" in sich. Zum Glück waren die Leihrollstühle mit Kipp-Sicherungen ausgerüstet. An den Rampen, schrägen Ebenen und den Schikanen verhinderten diese manchen Sturz.
Neben den mit alltäglichen Problemen von Rollstuhlfahrern gespickten Parcours (Rampen, schrägen Ebene, Bordsteinen und Slalom fahren) konnten die kleinen und großen Besucher ihre Geschicklichkeit im Roll-Sprint mit schneller Wende, Zielwerfen vom Rollstuhl aus, Tischtennis und Rolli-Hockey testen. Insbesondere beim Parcours und beim Rolli-Hockey waren die Mitglieder der Rolli-Truppe, dank ihrer sicheren Beherrschung des Geräts, klar im Vorteil. Nach ihrem Versuch, die einfache Rampe oder die schräge Ebene aus eigener Kraft zu befahren, sahen die Besucher die alltäglichen Hindernisse mit anderen Augen.
Unübersehbar war der Tatendrang des zwölfjährigen Tobias, der das Ziel verfolgt, einmal Mitglied in der Nationalmannschaft der Behinderten- sportler zu sein und an den Paralympics teilnehmen zu können. In Erinnerung bleiben auch die strahlenden Augen des dreijährigen Niklas, wenn er mal wieder ein Sprint gegen einen ungeübten Erwachsenen gewonnen hatte.
Das Konzept des Nachmittags ist aufgegangen. Die Organisatoren zeigten sich mit dem Besuch zufrieden und sind sich sicher, dass es eine Wiederholung der "grenzenlosen Spiele" geben wird.
Bericht vom Badisches Tagblatt 06.10.2014


Tobias 6 .NHC Rennen in LOBBACH



Am 9. August war es wieder soweit ! Das 6. NHC stand auf dem Programm.
Der Wettkampf bei der Manfred Sauer Stiftung gehört sicher zu den anspruchsvollsten Rennen in der Szene , welche Tobias bis jetzt gefahren ist.
Die gut 5 km lange Runde war gespickt mit Highlights die es 7 mal zu fahren galt.
Eine echte Härteprüfung für jeden Teilnehmer , aber besonders für Tobias selbst. Mit jedem Rennen werden die Strecken anspruchsvoller und gefährlicher .
Tobias machte seine Proberunde , kurz nach dem Start musste er mit ca. 30 km/h in den Kreisverkehr, leicht wellig führt die Straße weiter zur 180 Grad Wende. Der Rückweg verläuft analog bis zur Einfahrt am Stiftungsgelände. An der folgenden Steigung war dann die ganze Breite des Handsports zu beobachten. Die Profis rauschten hier flüssig mit hoher „Drehzahl" hoch; Tobias und das Mittelfeld kämpften sich mit anstrengender Mimik hoch bis zum Gipfel.
Die folgende Abfahrt ist steil und kurz und mündet gemeinerweise in eine 90 Grad Kurve, die schon manchem zum Verhängnis wurde.
Das besondere an diesem Rennen war , dass es nicht nur ein NHC sondern auch ein EHC Rennen gab.
Mehr als 100 Handbikeprofis aus aller Welt waren am Start . Belgien , Spanien , Frankreich , Italien , Schweiz , Polen , Österreich , Luxemburg , Niederlande usw.
Und TOBI !
Bei der Startaufstellung war er als letzter Aufgestellt ( :( ) aber er fuhr mal wieder sein Rennen !! Es war recht heiß bei 30 Grad , und Mega anstrengend !
Nach 01:23:18 war er dann gesund und noch recht munter im Ziel angekommen , und das ist mir auch das wichtigste ! Tobias freute sich sehr und konnte es kaum glauben , das er es auf Platz 10 geschafft hatte.
Am 07.09 geht es dann nochmal auf ein B-Rennen nach Forchheim und am 14.09 findet das letze
NHC A- Rennen 2014 statt. Jeder Handbiker in der Jungendserie kann wertvolle Punkte pro Rennen einfahren .
Insgesamt sind es 9 Jungs , allerdings wird die Bewertung bis 25 Jahre bewertet , und da ist Tobias mit mittlerweilen 13 Jahren der aller aller jüngste.
Liebe Grüße Tanja und Tobias


Rolligruppe sorgt für gute Stimmung beim ersten Kinder und Familienfest von Klara e.V.

Bei strahlendem Sonnenschein führte der Förderverein Klara.e.V. eine Benefiz Sommerfest zu Gunsten des kleinen Nico durch, der weder frei sitzen, stehen oder laufen kann.
Unser Verein wurde eingeladen die Veranstaltung zu unterstützen. Die Rollis sollten gegen die Basketball Profis auf dem Kulturplatz bei der Reithalle ein Rolli- Basketball Spiel absolvieren.
Hoch motiviert gingen alle Akteure ans Werk. Unsere Mannschaft fand eine tatkräftige Unterstützung in der Person des Oberbürgermeisters Pütsch, wobei die Profis vom Vorstand des Fördevereis Herrn Bergbauer unterstützt wurde.
Anschließend wurden dann Hockeytore aufgestellt, und es wurde nun noch einmal gegeneinander gespielt. Diesmal der Lieblingssport unserer Rollis ,,Rollihockey“. Mit speziellen Hockeyschlägern wurde dann Tore am laufenden Band geschossen.
Die Ergebnisse waren an diesem Tag Nebensache, da es allen einen heiden Spass gemacht hat und Nico an diesem Tag gewonnen hat.


Basketballer der BG Karlsruhe und unsere Rollisportgruppe



Familientag in Eisarena: "Erwartungen weit übertroffen"





ESC Hügelsheim und AOK Mittlerer Oberrhein beeindruckt / Auch künftig Eislaufen für Menschen mit und ohne Handicap


Rheinmünster/Hügelsheim (fuv) - Der erste gemeinsame Familientag vom ESC Hügelsheim 09 und der AOK Mittlerer Oberrhein in der Eishalle auf dem Baden-Airpark war "ein voller Erfolg", so die Verantwortlichen von Verein und Krankenkasse.

"Es war der Hammer", stellte Rainer Weinbrecht, beim ESC für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, begeistert fest. Vor allem die Aktion mit den Rollstuhlfahrern sei toll gewesen. Für die Behinderten und deren Begleiter sei es eine außergewöhnliche Erfahrung gewesen, auf der Eisbahn ihre Runden zu drehen.

Los ging es in der Eisarena mit einer Eisdisco. Anschließend präsentierte sich die Eiskunstlaufabteilung des ESC und führte Interessierte in die olympische Disziplin ein. Der Höhepunkt des Familientags war aber das Eisvergnügen für die Rollstuhlfahrer. Gemeinsam mit den "Fußgängern" hatten die Rollifahrer Riesenspaß auf der Eisfläche. Bei einer weiteren Eisdisco waren dann wieder alle Schlittschuhbegeisterten auf die Eisfläche eingeladen. Ein geplantes Eishockeyspiel der Hügelsheimer Baden Ladies gegen die Damen aus Schwenningen sagte die Gastmannschaft zum Bedauern der Organisatoren wie der Zuschauer ab.

Die AOK informierte über ihre Leistungen und bot Geschicklichkeitsspiele an. Bernd Mäckel, Marketing Leiter der AOK Mittlerer Oberrhein, stellte fest: "Der Besucherandrang, vor allem viele junge Familien, und eine begeisterte Atmosphäre haben meine Erwartungen weit übertroffen." Die Eisfahrt der Rolli-Fahrer sei ein bewegender Moment gewesen, so Meckel weiter.

Die Übungsleiterin der Rolligruppe des RSC/DJK, Petra Möller, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von der Aktion. Der ESC strebt aufgrund des großen Erfolgs des gemeinsamen "Eislaufens" für Menschen mit und ohne Handicap eine längerfristige Kooperation mit der Rolligruppe an, so der ESC-Vorsitzende Peter Seywald: "Wir haben hier am Baden-Airpark beste Möglichkeiten, Wintersport gemeinsam zu betreiben."

Bericht aus dem Badischen Tagblatt vom 19.02.2014

Bericht über den Familientag der Baden Rhions

,,Er ist wirklich ein Ausnahmetalent“





Tobias Böhnke bestreitet im Rolli Marathondistanzen


Geschickt dreht er mit seinem Rollstuhl auf der Stelle, bevor er in flottem Tempo an seinen Vereinskameraden und den Gästen vorbeisaust, die sich vor der Carl-Schurz-Halle zum Grillfest versammelt haben. Auf die Frage nach seinem Hobbys antwortet Tobias Böhnke wie aus der Pistole geschossen: ,,Schwimmen, Radfahren und Rollisport.“ Von Geburt an ist der elfjährige Gernsbacher querschnittsgelähmt.
Doch der aufgeweckte Junge, der die fünfte Klasse der Werkrealschule Gernsbach besucht, hat große Ziele und sportlich auch schon einiges erreicht. Am 07 Juli belegte Tobias beim zwölften ,, Internationalen Heidelberger Rollstuhlmarathon“ den dritten Platz in seiner Altersgruppe. Insgesamt waren rund 500 Sportler aus 22 Ländern mit von der Partie.
Tobias ging mit einem sogenannten Handbike an den Start. ,, Das wird vor den Rolli geklemmt und daher auch Anklemmbike genannt“ berichtet der junge Rollisportler, der sich über seinen Pokal riesig freut. ,,Wir alle sind mächtig stolz auf Tobi. Er ist wirklich ein Ausnahmetalent“, schwärmt Übungsleiterin Petra Möller – eine staatlich anerkannte Sportlehrerin, die seit drei Jahren die ,,Rolligruppe“ der DJK Rastatt trainiert.
Auch seine Mutter Tanja, die frühe eine Selbsthilfegruppe leitete und heute die DJK Trainerin in ihrer Arbeit unterstützt, und sein Vater Alex freuen sich über den Enthusiasmus ihres Sohnes, ,, der schon seit seinem ersten Lebensjahr einen so unheimlichen Bewegungsdrang hat, dass uns klar war: Das müssen wir unbedingt fördern“. Also besuchte Tobi Schwimmkurse, ergatterte seine Schwimmabzeichen und stieß vor fünf Jahren zur gerade gegründeten ,, Rolligruppe“. Neben drei erwachsenen, der Älteste ist 60, nutzen inzwischen acht Kinder und Jugendliche das seit fünf Jahren bestehende Angebot der Behinderten Sport – Abteilung der DJK Rastatt. Besonders stolz ist der Junge aus sein lang ersehntes Hanbike, ,,das die Krankenkassebezahlt hat“ Bereits vor zwei Jahren nahm Tonbias zum ersten mal am Rollstuhlmarathon in Heidelberg teil und belegte Platz fünf. In zwei Jahren möchte er wieder teilnehmen, ,,dann aber mit einem Liegebike“. Das einzige Problem daran: ,,Die Krankenkasse bezahlt so ein Rad nicht, wir bräuchten also einen Sponsor“ erklärt seine Mutter. Einmal dem Marathon zu gewinnen, das wäre nämlich Tobias ganz großer Traum.
,, Bei uns Trainieren auch die Nichtkörperbehinderten im Rollstuhl mit“ berichtet derweil seine Trainerin Petra Möller, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Thema „Inklusion“ weiter voranzutreiben. Neben dem Training von Mobilität, Koordination und Ausdauer spielten in der „Rolligruppe“ der Spaß am Spiel, Sport und Bewegung sowie das soziale Miteinander eine große Rolle, erklärt Möller, die sich ab September auf dem Gebiet der Rehabilitation im heilpädagogischen Bereich weiterbilden will. Mobilität und Muskelaufbau durch gymnastische Übungen Fahrtraining, Rollstuhlbasketball und – hockey, Fahrspiele, Zirkeltraining- all das und noch einiges mehr steht auf dem wöchentlichen Trainingsplan in der Carl-Schurz-Halle. Und Tobi ist begeistert überall mit dabei.
Ob er sich schon einmal verletzt hat? ,,Ja, aber nicht beim Sport. Auf dem Schulhof bin ich schon einmal umgekippt und habe mir eine Platzwunde im Gesicht zugezogen“. Auch unschöne Erfahrungen anderer Natur hat er schon gemacht. ,, Ein Junge hat mir mal aus Spaß einen Silvesterkracher in die Rückenlehne meines Rollstuhls gesteckt und angezündet.“ Lachen konnte über diesen üblen Scherz niemand. Das Brandloch in der Lehne sieht man noch heute.
Ralf Joachim Kraft
Quelle Badisches Tagblatt 08.08.2013

Text unter Bild: AUF MADAKIENJAGD: Tobias Böhnke ist leidenschaftlicher Rollisportler. Der elfjährige Gernsbacher trainiert bei der DJK Rastatt.

Druckbare Version
Seitenanfang nach oben